Der Alte Kran: Ein Industriedenkmal

Lüneburg war in seiner Blütezeit zwischen 1300 und 1600 eine bedeutende Binnenhafenstadt. In ihrem Hafen verkehrten 3000 – 4000 Schiffe im Jahr, deren schwere Lasten mit Hilfe eines Tretradkranes an Land gehoben wurden. Der Kran, als mittelalterliches Ingenieurwerk, bildete im Lüneburger Hafen immer eine Einheit mit dem Kaufhaus, das 1302 erstmals als „Heringshus“ genannt wurde.  

1346 gab es eine erste urkundliche Nennung des Krans in Lüneburg. In ihm arbeiteten in den beiden ca. 6m hohen Treträdern 3-4 Arbeiter pro Rad von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Ein Lademeister überwachte den Vorgang des Entladens der Ilmenauewer, der typischen Flachbodenflussschiffe in Plankenbauweise.

Hochwasser mit Eisgang im Februar 1795 beschädigte die Kaufhausbrücke und den Kran schwer. Der heutige Alte Kran wurde 1797 nach dem historischen Vorbild neu aufgebaut. Er ist im Vergleich zu anderen existierenden historischen Tretrad-kränen noch voll funktionstüchtig. 

Das Ende des Lüneburger Krans ist mit dem Bau der Eisenbahnlinie verknüpft. Die Güter, die nach der Eröffnung der Bahnverbindung von Hannover nach Harburg im Jahre 1847 Lüneburg erreichten, wurden am Bahnhof umgeschlagen. So verlor der Kran nach und nach an Bedeutung, um 1860 stellte man seinen Betrieb ein. 

Maßnahmen zur Erhaltung waren: Sanierung der gesamten Holzkonstruktion, insbesondere der Schwellen und Überholung der Metallverbindungen sowie die Wiederherstellung der vollen Funktionstüchtigkeit.

Der Kran hat heute sogar eine eigene Webseite